Meditation

Ursprung der Chan/Zen-Meditation
Viele Menschen kennen den Begriff des Chan bzw. Zen, aber nur wenige kennen dessen wirklichen Ursprung. Dem typischen Westeuropäer ist in der Regel nur wenig darüber bekannt. Ist es eine Religion? Ist es eine Philosophie? Aufgrund von vielen Missverständnissen glauben viele, dass das Chan in Japan geboren wäre. Während es richtig ist, dass das Chan auch in Japan seine Wurzeln geschlagen hat, war es der Shaolin-Tempel in China, in dem der erste Patriarch des Chan, Bodhidharma, diese neue Form des Verständnisses des Buddhismus entwickelte.
Bodhidharma, von dem ebenfalls behauptet wird, dass er den Tee nach China brachte, war ein buddhistischer Mönch aus Indien. Um das Jahr 470 n. Chr. wanderte er aus seiner indischen Heimat ins südliche China aus. In China lernte er von vielen buddhistischen Meistern. Während dieser Reisen erkannte er in dem Buddhismus eine große Leere und hat sich daher zur Meditation in einer kleinen Höhle in der Nähe des Shaolin-Tempels zurückgezogen. Der Sage nach erreichte er nach 9 Jahren der Meditation die Erleuchtung und verstand die Essenz der genannten Leere. Aus den Lehren des erleuchteten Bodhidharma wurde der Chan/Zen-Buddhismus geboren.
Obwohl er sich vorerst noch weigerte seine Einsicht an Schüler weiterzugeben, weil er an deren Wertschätzung und Achtung vor den tiefen Lehren des Chan/Zen zweifelte, überzeugte ihn der Buddhist Hui Ke doch von seiner Ergebenheit. Der Legende nach schnitt er sich in Anwesenheit Bodhidharmas seinen eigenen Arm ab um seine Ernsthaftigkeit zu beweisen. Von diesem Zeitpunkt an wurde das Chan/Zen von Meister zu Schüler weitergegeben.
Was ist Chan/Zen?

Mit dem Wort Chan, hierzulande besser als Zen bekannt, beschreibt man meistens eine Technik oder eine Reihe von Techniken anhand derer man das Verständnis über sich selbst vertiefen kann. Diese Techniken werden in Stille und Ruhe ausgeführt und haben die Erforschung des wahren Ichs zum Gegenstand. Mit diesen Techniken kann man in höhere Bewusstseinsebenen versetzt werden, durch die man letztendlich die wahre Natur der Dinge und des eigenen Verhaltens wahrnehmen kann.
Bei den Übungen des Chan/Zen spielt die Meditation eine große Rolle. Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Meditation als Technik der Selbstreflexion viel älter ist, als die Techniken des Zen. Die Meditation lässt sich bis in 4000 Jahre alte Kulturen zurückverfolgen und spielte eine große Rolle für Geistliche aller Richtungen: Brahmanen, Asketen, Frühe Christen, Ägypter, Azteken, Indios, Nordamerikaner, etc. Im Zen spielt sie die zentrale Rolle bei der Erforschung des Selbst. Dabei handelt sich es beim Chan/Zen nicht um eine Religion, sondern eher um eine Philosophie der Achtung der Natur und des Menschen als Ganzes. Die benannten Methoden und Techniken werden traditionellerweise verbal von Person zu Person weitergegeben, über das Verhältnis eines Schülers zu einem Meister oder einem Mönch.

Zen-Tempel Ozean der Ruhe
Der Zen-Buddhistische Mönch Huang C. Aguilar gründete den Spanischen Tempel Ozean der Ruhe, mit dem Ziel die Lehren des Zen im Westen zu verbreiten. Auf seinen Studienreisen hat Huang C. Aguilar auch in der Höhle meditiert, in der Bodhidharma der Sage nach seine Erleuchtung erlangte. Auch er entschied sich, wie viele Mönche vor hunderten von Jahren, die Lehren des Chan direkt am Ursprung zu studieren: Im Shaolin-Tempel. Zu diesem Zweck lernte er die Sprachen Chinas sowie die spezifischen Dialekte der Provinz Henan.
In Shaolin hatte er das große Glück mit den letzten wichtigen Meistern dieser Philosophie zu sprechen und von ihnen die Lehre zu empfangen. Seitdem hat er viele Vorlesungen über den Buddhismus, die Meditation und die Kampfkunst in vielen Ländern der Welt gehalten, und unterrichtet eben jene Lehren den Schülern des Tempels Ozean der Ruhe.